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Sonne tanken mit der myenergi zappi

Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage vom Dach ins E-Auto zu laden garantiert kostengünstigste Mobilität und wird in Zeiten sinkender Einspeisevergütungen immer attraktiver. Der Weg dahin ist aber nicht immer ganz einfach, da man sich mit der Kompatibilität zwischen Wechselrichter, Energiemanagement und Ladestation sowie der Einrichtung des Systems auseinandersetzen muss. Mit der zappi verspricht myenergi eine simple und universelle Lösung, die alle nötigen Funktionen selbst mitbringt. Wir haben sie getestet.

Transparenzhinweis: XADER ist ein markenunabhängiger Dienstleister für Planung, Installation und Betrieb von Ladelösungen. Je nach Projekt verwenden wir unterschiedliche Hardware von verschiedenen Händlern und Herstellern. In diesem Zusammenhang vertreiben wir als zertifizierter Installateur auch Produkte von myenergi.

In diesem Video beschäftigt sich Felix aus dem XADER-Team mit der Wallbox myenergi zappi und zeigt ihre Besonderheiten:

Technische Daten

Ladeleistung1-phasig:
max. 7,4 kW
3-phasig:
max. 22 kW
KonnektivitätProprietäre Drahtlosverbindung
Mit hub: Hersteller-App
FehlerstromschutzTyp A und DC-Fehlerstromüberwachung, integriert
SchutzartIP65 (wetterfest)
MaßeBreite: 282 mm
Höhe: 439 mm
Tiefe: 122 mm
Strommessung3 externe Stromwandler bis max. 100A, mitgeliefert

Schnittstellenvermeidung

Die erste Besonderheit: myenergi-Produkte bleiben unter sich. Die zappi bietet keine Möglichkeit zur externen Backend-Einbindung und kommuniziert mit anderen myenergi-Geräten über einen proprietären Funk-Standard statt über W-LAN. Alle Einstellungen werden direkt mit den Tasten und dem eingebauten Display an der Wallbox getätigt, nicht wie sonst üblich mit einem Laptop oder Smartphone. In Verbindung mit dem hub ist trotzdem eine Internetverbindung möglich, über die die Hersteller-App genutzt und Firmware-Updates heruntergeladen werden können. Auch die Echtzeit-Lastmessung übernimmt die zappi selbst, dazu später mehr.

Weiße myenergi zappi Wallbox wird mit Tasten konfiguriert
Im Menü wird die maximal erlaubte Stromstärke der Vorsicherung eingestellt

Das bietet den großen Vorteil, dass die zappi solargesteuertes Laden unabhängig vom Hersteller der PV-Komponenten und ohne separates Energiemanagementsystem ermöglicht. Dadurch ist sie mit jedem System verwendbar und ersetzt die oft mühsame Kopplung durch eine verständliche, in der Anleitung gut erklärte Einrichtung der Wallbox. Wer schon ein laufendes Energiemanagement hat, in das bloß eine Ladestation eingebunden werden soll, sollte vermutlich zu einem anderen Hersteller greifen, dessen Wallbox auf der betreffenden Kompatibilitätsliste steht. Durch die bewusst begrenzte Konnektivität des myenergi-Systems wird der Verbindung mit fremden Systemen ein Riegel vorgeschoben – myenergi ist als eigenständiges Energiemanagement zu verstehen.

Strommessung in Echtzeit

Mit jeder zappi werden auch jeweils drei Strom-Messwandler ausgeliefert. Diese können von einem Elektriker ohne Unterbrechung der Stromversorgung an der Hauptverteilung angeschlossen werden. Mit ihnen misst die zappi die Stromstärke und -richtung in Echtzeit für alle drei Phasen. So kann sie jederzeit feststellen, ob die PV-Anlage überschüssigen Strom erzeugt oder ob Strom aus dem Netz bezogen wird. Mit dieser Information ist schon einiges möglich:

  1. Dynamische Lastregelung: Im zappi-Menü wird eingestellt, wie viel Strom am Hauptanschluss bezogen werden darf (i.d.R. der Sicherungs-Nennstrom). Dieser Wert wird mit dem Echtzeit-Wert auf jeder Phase abgeglichen und die Ladeleistung so geregelt, dass er niemals überschritten wird, auch nicht im „FAST“-Lademodus. Wenn mehrere zappis gleichzeitig betrieben werden sollen, können sie einfach per Funk miteinander gekoppelt werden. Dadurch wird ein dynamisches Lastmanagement mit einer Master-Wallbox und bis zu fünf Slave-Geräten (hierzu zählen auch hub und harvis) eingerichtet.
  2. Minimierter Netzbezug: Im Lademodus „ECO+“ lädt die zappi nur dann, wenn es überschüssigen Strom im Haus gibt, also so dass kein Netzstrom für das Auto genutzt wird. Der „ECO“-Modus erlaubt einen Kompromiss aus Netz- und PV-Strom für schnelleres Laden.
Weiße myenergi zappi Wallbox beim Laden eines Fahrzeugs zeigt Netzbezug an
zappi lädt ein Auto und zeigt die Leistungsflüsse an
Weiße myenergi zappi Wallbox beim Laden eines Fahrzeugs zeigt Netzbezug mit fremden Lasten an
Steigt der Stromverbrauch am Hausanschluss, reduziert zappi automatisch die Ladeleistung

Es können auch zusätzliche Messpunkte eingerichtet werden: Um eine Unterverteilung mit ungeregelten Verbrauchern zusätzlich zur Wallbox nicht zu überlasten (z.B. die Zuleitung zur Garage) kann auch dort der Strom überwacht und dynamisch geregelt werden. Wer einen AC-seitig angeschlossenen Speicher nutzt, kann auch vor diesem einen Messpunkt einrichten und so verhindern, dass der Speicher entladen wird um das Auto zu laden. Die Rollen der einzelnen Messpunkte werden einfach im entsprechenden Menü eingestellt.

An den Messwandlern haben wir jeweils fünf Meter lange Kabel als Sekundärkreis-Anschlüsse. Diese können direkt in der zappi angeklemmt werden. Da die Messstellen sich häufig nicht direkt am Stellplatz befinden, kann auch ein harvi als Funkstrecke genutzt werden. Alternativ gibt es auch noch eine etwas unorthodox anmutende Möglichkeit zur Kabelverlängerung: Die sekundärseitigen Drähte der Messspulen werden mit den einzelnen Adern eines LAN-Kabels verbunden und diese dann in der zappi direkt angeklemmt. Da LAN-Kabel achtadrig sind, bleibt also ein Adernpaar unbenutzt. Wir haben es getestet und auch diese Variante funktioniert einwandfrei, auch wenn ein Adapter, in dem die Messleitungen angeschlossen und mit einem LAN-Kabel über einen normalen RJ45-Stecker verlängert werden könnten, wäre hier vermutlich eine handlichere Lösung. Das Abisolieren und Verbinden der sehr dünnen Adern ist nur etwas für Geduldige.

Fazit

Die zappi liegt mit 1.079 € beziehungsweise 1.179 € in den Varianten mit Steckdose und fest angeschlossenem Kabel in einem gehobenen Preissegment; insbesondere da sie nicht mit MID-Zähler oder eichrechtskonform zu haben ist. Dafür bringt sie wichtige Funktionen standardmäßig mit:

PV-Überschussladen erfordert bei den meisten Wallboxen zusätzliche und vor allem kompatible Komponenten von anderen Herstellern. Die integrierte Fähigkeit zum dynamischen Lastmanagement ist außerdem auch für viele E-Mobilisten ohne eigene Photovoltaik-Anlage nützlich. Mit den Zusatzkomponenten harvi als Funkstrecke, hub für Internetanbindung und eddi für gesteuerte Heizung und Warmwasserbereitung kann ein vollwertiges und bedarfsgerechtes Energiemanagementsystem mit der zappi als Steuerzentrale aufgebaut werden.

Standardbild
Thomas Stephan
Artikel: 5

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